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paragleiten - Schirmvergleich
Vergleich meiner bisherigen und getesteten Gleitschirme:
Die hier geschrieben
Zeilen verstehen sich als Ergänzung zu den DHV-Testberichten und diversen Info-Quellen aus dem Web (Siehe Links weiter unten). Sie geben meine persönlichen Eindrücke der Vor- und Nachteile meiner bisher geflogenen Schirme
wider.
Gin Boomerang Sport:
Seit April 2007 fliege ich einen Gin Boomerang Sport (orange/grün). Und das überaus erfolgreich:
Sehr viele Berichte zu unseren gemeinsamen Airtimes finden sich in der Fluggebiete-Datenbank. Zudem noch Hauptdarsteller der Videos 2007-2009 ;-)
Ein spitze Flügel, mit dem ich famose Flugabenteuer erleben durfte. Bis 2008 auch leistungsmäßig top! Dzt. liebäugle ich mit dem BoomSport-Nachfolger "GTO", dem "Peak 2" von Niviuk bzw. dem Mantra M3 von Ozone. Letzterer hat sich ja in 2009 schon sehr gut bewährt...
Am 14.04.07 passte Freizeit zu Flugwetter und ich konnte mir bei der
Flugschule FCA den Nove Ra M für einen Testflug ausleihen. Bis alle Jungs
beisammen und wir am Startplatz in Bezau waren, hatten die Streckencracks
bereits knapp 2 Stunden Airtime hinter sich. Nachdem bereits auf die Bezauer Seite hin
starker Abwind eingesetzt hatte, wollten wir nur schnell nen Ablgeiter zum
Bergrestaurant auf der Niederen machen. Und dann ging's unverhofft über
den Grat... Doch der Reihe nach
| Startgewicht: | 104kg |
| Gurtzeug: | Sol CX pro |
| Retter: | Pro-Design XS400/HELP |
| Vario: | Bräuniger Comfort |
| GPS: | Garmin GPSMap 76S |
Ersteindruck:
Beim Auslegen fällt zu allererst das schmale Bündel Leinen auf, das man durch die Handflächen zieht. Die Kappe ist schön designt (mal abgesehen
von dem Retro-Nova-Logo ;-) ) und die Fläche getreu
der Nova-Philosophie relativ klein für den zugel. Gewichtsbereich. Mein Startgewicht 104kg -
der Schirm geht bis 110kg.
Startverhalten/Groundhandling Ra M:
Mit etwas skeptischer Neugier habe ich das Rückwärtsstarthandling getestet
und dabei für mich keinerlei Macken feststellen können. Im Gegenteil: Ich
war positiv überrascht, den Schirm ohne Hängenbleib-/Überschiesstendenz zwischen Boden und Luft handeln zu können. Einziges "Manko" (wenn man
unbedingt eines sucht) ist das Wegpumpen vom Boden (normalerweise D oder
C+D-Ebene) - geht nicht ganz so effizient wie bei meinem Zoom M. subj.
Einstufung: GUT
Flug: (IGC-File auf Xcontest.org)
Bereits bei den ersten Hebern fühlte ich mich sehr wohl unter der Kappe,
die generell bis in die Stabis recht stramm über einem steht. Aus den
akustisch empfundenen Luftbewegungen hätte mein Zoom mir beim Kurbeln das
eine oder andere Mal sicher den Stabi gezeigt. Trotz niedriger Abflughöhe
vom Startberg und dadurch bedingtem tiefen Aufsoaren, war das Handling auch bei
durchwachsenen Verhältnissen sportlich aber absolut gut beherrschbar.
Was
dabei auffiel (Hauptunterschiede zum Zoom):
- Die Gewichtsverlagerung wird
relativ schlecht angenommen (kann auch an meinem Abfluggewicht 8kg unter
max liegen). D.h. bei engen, turbulenten Bärten muss der Kurvenradius
hauptsächlich über die Bremsen eingstellt werden. Obwohl teils sehr eng
aufgedreht (mit dementsprechend langen Bremsbewegungen), scheint noch
ausreichend Reserve zum Strömungsabriss vorhanden zu sein.
- Der
Beschleunigerweg ist angenehm kurz und leichtgängig - in der Tat der erste
Flügel, den ich mit meinem SOL CX Liegegurt voll beschleunigt fliegen kann
(Rolle-Rolle am Tragegurt vor Schäkel-Sitzgurt-Umlenkung). Vom
beschleunigten Flug habe ich mir auch am meisten erwartet - und wurde auch
nicht enttäuscht: Wie im GPS-Track belegt, kam ich im halb-beschleunigten
Flug fast auf das Gleiten der mit mir auf Strecke gegangenen Boom Sport M
(112 kg) und Ozone Mantra 2 M (untergewichtig geflogen). Erwartung voll
erfüllt. Es macht echt riesen Spass den vollen Speedbereich des Flügels
auszureizen und dabei wieder etwas Boden auf die vor einem liegenden
Mitstreiter gut zu machen.
Und hier nun zum Einzigen, was ich auch nach über 2 Stunden Streckenflug dem Flügel nicht entlocken konnte. Auf die Frage: "in welche Richtung dreh ich ein" versagte mir Sonnengott Ra die Antwort. So sehr ich mich bemühte die Eindrehrichtung zu lesen. Es war immer reines Ratespiel -> so viel ich manchmal beim Thermikeinstieg raus - öfters als sonst ;-)
Durch mehr Flugstunden sicher besser interpretierbar, aber eben nicht klar von Beginn an...
Da es nur als ein kurzer "Gasthausflug" geplant war, stellte sich pünktlich nach rund zweieinhalb Stunden die Natur mit ihren Bedürfnissen ein und so setzte ich zum vollbeschleunigten Endanflug (rd. 10 km) nach Bezau an. Hierbei kassierte ich auch den ersten vollbeschleunigten Klapper meiner Fliegerkarriere. Dies war jedoch sicher nicht Hautpschuld des Flügels, sondern eher der aktiven Luftmasse um 16:00 Uhr Nachmittag im Bregenzerwald zuzuschreiben: 60% weg, ich aus dem Speed raus und machte mich auf eine recht heftige Schirmreaktion gefasst. Und: kaum der Rede wert! Echt mässiges Vorschiessen und nicht mal 180° weggedreht und danach wieder unspektakulär angefahren. Echt sehr überschaubar - ne TOP-NOTE hierfür!
Was mir persönlich auch sehr gefällt ist die grosse Fläche, die bei den Big Ears wegklappt: echt tolles Sinken. Nur schade, dass die Ohren sich langsam wieder selbst öffnen. Ich schätze es, wenn die Ohren - einmal angelegt - auch drinnen bleiben und ich die A-Leinen nicht andauernd halten muss (persönl. Vorliebe).
mein Fazit:
Echt toller Schirm, der für mich keine nennenswerten Macken hat. Der
Flügel wird heuer sicher auch bei Bewerben für einige Überraschungen
sorgen, da der Hauptvorteil im beschleunigten Flug gut belegbar ist und
auch vollbeschleunigtes Fliegen überschaubares Risiko birgt. Beschleunigt weist er auch eine absolute Leistungssteigerung gegenüber meinem bisherigen treuen Streckenkompagnon Gin Zoom. Dafür holt der "alte" meine Meinung nach beim Kurbeln ein Stückchen mehr raus...
Wer sich nen
Neuschirm in der DHV2er-Kategorie zulegen möchte, kommt an nem Test des Ra
nicht vorbei - auch wenn man nicht an der Gewichtsobergrenze liegt.
Warum ich mich dennoch für den Boom Sport entschieden hab, war eigentlich
hauptsächlich die Preisfrage - 1 Jahr gebraucht (und bewährt) vs.
Neupreis...
1 x geflogen und sofort gekauft! Seit ich unter diesem Flügel hänge, habe ich erst richtig begonnen Strecke zu fliegen. Wie die Gleitschirm-Videos 2004-2006 belegen, hat er mir die schönsten Erlebnisse beschert. Klingt fast wie ein Nachruf. Ist es auch: und zwar voll Stolz auf das gemeinsam Durchlebte und Durchflogene. Ein Schirm vor allem für seine geringem dyn. Reaktionen auf Störzustände von mir sehr geschätzt wird. Das Groundhandling ist zwar im Vergleich zum Aspen etwas träger, ist mir jedoch über die Jahre hinweg richtig ans Herz gewachsen und noch immer mein Benchmark. Startverhalten vorbildlich. Ohren bleiben nach Anlegen drin, was ich auch sehr schätze. In der Thermik kann man ihn wenn nötig super knebeln und richtiggehend in den Bart reinstellen. Die Thermikposition wird super angezeigt ohne unnötig zu hebeln. Wird die Aussenseite etwas angebremst kann man ihn wunderbar flach ums Eck bringen. Im Kurbeln bei schwachen Bedingungen wird man damit meist nur von Kollegen aus der offenen Klasse ausgekurbelt.
Weitere Testkommentare spare ich mir an dieser Stelle. Ich hab ihn mir ganz einfach deshalb gekauft, weil er für mich das rundum ausgewogenste Gerät in der 2er Klasse war. Klasse Streckenflügel mit gern eingegangenen Kompromissen bei dynamischem Spaßhandling...
zur Diskussion standen sonst noch:

Icaro ICE M: (DHV 2, BJ 01/04, GZ: 8.5 (laut para2000.org), Design: orange-schwarz-weiss)
Testschirm von Fly & More (D); organisiert durch Pier von www.parashop.at. Vielen Dank nochmal! *g*
Insgesamt 8 Flüge anfang März '04, davon der längste 1:22h unter turbulenten Frühlingsbedingungen im Rahmen der Vereinsmeisterschaften des GSFV-Schnifis - ideal zum Schrimtesten also!
| Startgewicht: | 97kg |
| Gurtzeug: | Skyline Smart Pro |
| Retter: | Pro-Design XS400/HELP |
| Vario: | Bräuniger Comfort |
| GPS: | Garmin GPSMap 76S |
Das Aufführen von Kritikpunkten dient v.a. dazu, wenigstens kleine Unterschiede zu anderen in Frage kommenden Schirmen herauszuarbeiten. Denn Allerweltsaussagen wie "kommt schön über Piloten" und "lässt sich schön flach drehen", trifft wohl auf die meisten aktuell erhältlichen Schirme zu (ausser auf den Nemeton *gellJürgen* ;-) ).
Alles was nicht negativ erwähnt wurde, ist für meinen Geschmack absolut top bei diesem Flügel.
Hinweis: Im Gleitschirm-Magazin 04/03 ist ein ausführlicher Bericht, der u.a. die technischen Finessen des Flügels näher beleuchtet - hab ich mir hier weitgehend geschenkt...
Allgemeines:
Auf den Schirm aufmerksam geworden bin ich - ihr könnt mich jetzt oberflächlich nennen - durch seine Streckung und sein Design: Eine Streckung von 6.0 suchte man bis dato vergeblich in der DHV2-Kategorie - darüber hinaus unterstreicht das Vogel-ähnlich geschwungene Design in der u.a. Farbkombination die Ästhetik des Flügels und gehört wohl zur Zeit mit zu den schönsten am Markt. Wenn man sich schon einen Schirm neu zulegen will, sollte er schliesslich auch gefallen...
Bei brandneuen Schirmen, über die noch wenig im Web zu finden ist, hat man ja kaum andere Entscheidungskriterien als Datenblätter und Optik. Und es gilt einmal mehr die Devise: Bild Dir Deine eigene Meinung!
Nach dem Öffnen des sehnlich erwarteten Pakets von Fly & More fiel bei Inspektion der Tragegurte mit geteilter A-Ebene die Verspleissung des Speed-Systems auf. Diese zeigte leichte Auflösungserscheinungen in Form des Ausfransens der einzelnen Litzenenden (siehe Bild). Eine Tendenz, der man mit einem guten alten Feuerzeug sicher schnell ein Ende bereiten kann - aber eben nicht bei einem Testschirm.
Der Rest des Tragegurtes ist für meine Begriffe sehr gut verarbeitet. Die Bremsen werden am D-Gurt mittels Magneten befestigt, was mittlerweile schon fast state-of-the-art zu sein scheint...
Startverhalten:
Beim Starkwind-Aufziehen unter böigen Bedingungen fiel das für diese Streckung typische "Eigenleben" der Ohren auf. Diese überholen die Schirm-Mitte gelegentlich. Abhilfe schaffte die Umstellung, die Schirmkontrolle lediglich mit den inneren A-Gurten zu bewältigen. Die zeitweise Überfahrt der Stabis konnte damit vollständig eliminiert werden und es zeigte sich darüber hinaus eine wunderbare Kontrollierbarkeit in Kombination mit der D-Ebene.
Die Kappe hat vielleicht nicht die beste Eigenspannung und neigt bei schwächer werdendem Wind gleich mal zum Hängenlassen einer Seite. Dies kann aber auch an den böigen Windbedingungen gelegen haben, die an diesem Tag flugtechnisch gesehen sicher nicht mal mehr im Gelb-Roten Bereich waren. Ein erstes Indiz für Fliegen in turbulenter Luft? Mal abwarten...
Die Bremsen hatten einen für meinen Geschmack zu langen Vorlauf - nicht nur das Groundhandling betreffend. Der Grund hierfür scheinen einmal mehr die DHV-Gütesiegelkriterein zu sein: Soll offentsichtlich wohl auch für Profi-Delfin-Schwimmer noch immer nicht stallbar sein...
No prob - nachjustiert und schon findet man sich unter einem sauber und wahrlich exakt zu führenden Gleitsegel wieder. Zumindest dabei konnte man das erste Mal spüren, dass der markige Spruch "kompromissloser Spaßflügel" der Icaro-Mannen nicht ganz aus der Luft gegriffen war - der Ice macht Spaß! Soweit man das mit einem Serien-M-Schirm mittlerer Leinenlänge eben erwarten darf...
Bei etlichen Flügen von unserem Hausberg in Schnifis (Höhenunterschied ~680m) bei leichtem Auf-, Null- und leichtem Rückenwind waren niemals Probleme aufgetreten - sofern man die Stabi-Gurte links liegen lässt - diese sind wirklich nur als Ohrenanlegehilfe und maximal noch zum Schirm-Umdrehen beim Groundhandling zu benutzen.
Bin stets mit leicht gepfeilt ausgelegter Kappe und ausreichend Pilotenlaufbereitschaft an den Start gegangen und konnte dabei weder Hängenbleiben, noch unüblich starkes Vorschiessen bemerken - für meine Begriffe absolut ausgewogen.
Flug- und Thermikverhalten allgemein / Ansprechverhalten auf Steuerimpulse:
Ist man erst mal in der dritten Dimension fällt bald das gelegentliche Einklappen und Herinnenbleiben der äussersten Ohren (die geschlosenen Zellen am Stabi) auf, die nur durch wahrhaft impulsives Aufpumpen wieder ganz aufgehen - hab ich so noch bei keinem anderen Schirm gesehen. Genauso verblüffend war aber dann auch die Erkenntnis, dass dieser Zustand praktisch keine spürbaren Auswirkungen auf Flugrichtung oder Sinkgeschwindigkeit zu haben scheint!
Wenn man tief in die Bärte einsteigt sind diese noch eng und etwas turbulent, wenn sich dann noch Wind hinzugesellt hat men das nötige Trio-Infernale, um eine Schirmcharakteristik auf Herz und Nieren analysieren zu können - so geschehen am 13.03.2004; Vereinsmeisterschaft GSFV-Schnifis
Generell ist zu sagen: Die Kappe ist äusserst weich. Ein Brett wie der Nemeton z.B.- hat ebenso Streckung 6.0 (das wars aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten) - fliegt sich mit deutlich weniger Piloteninputs ohne Schirmdeformationen. Dies hat zur Folge, dass man sich öfter als sonst um die optimale Fluglage des Gespanns Mensch-Flügel kümmern muss.
Soll heissen: In aktiver Luftmasse gehört dieser Flügel auch mit einem hohen Maß an Bereitschaft zum aktiven Fliegen durch die Luft pilotiert - sicher mehr als andere in dieser Kategorie...
Hat man sich einmal an die Schaukelei und das ständige Nachjustieren gewöhnt, kann man sich über die dadurch perfekt lesbaren Luftbedingungen ein Bild machen. Ich persönlich bevorzuge eher Schirme, die nicht gleich bei jedem thermischen Furz einen aus dem Gurtzeug hebeln und wünsche gleichzeitig ein gutes Feedback über die umgebenden Luftbewegungen - keine leichte Forderung. Aber gerade diesen gegenläufigen Anspruch hat die Icaro-Schmiede hervorragend gelöst: Die Kappe signalisert sehr gut, in welchem Schrim-Bereich welche Kräfte anliegen und verteilt diese dann dennoch halbwegs homogen auf einen grösseren Bereich des Flügels.

Beim Einkreisen in Thermik muss man dem Ice schon die Richtung vorgeben - ein dynamisches Hineinziehen in die Thermik mit nach vor kippender Kappe konnte ich nie feststellen. Eher ein leichtes Nicken beim Ein- und Ausfliegen aus Steigbereichen - nichts Unübliches aber, da mit entsprechender Pilotenreaktion das leistungsmindernde Pendeln weitgehend vermeidbar war.
Was mir perfekt lag, war die Möglichkeit den Vogel echt flach um die Kurve biegen zu können - auch bei engen Radien kann man den Ice vortrefflich flach halten - für mich ein absolutes Kriterium beim Kratzen bei schwachen Bedingungen, das nur allzuoft über streckentechnischen Tod oder Leben entscheidet - sprich den Pilot zur verfrühten Aussenlandung zwingt: Note 1 von mir hier!
Mit diesem hohen Anteil an projizierter Fläche im Aufwindband ist es eine Freude sich Meter für Meter der Ozonschicht entgegenzuschrauben. Zusätzlich fielen hier wiederum die oft winkenden Ohren als "Thermikanzeiger" auf. Ein Verhalten, das man zum Beispiel von den Boomerangs her kennt. Das konnte der Flug Stabi an Stabi mit Simon Penz nur bestätigen. Eine Weile lang im gleichen Bart, klappten bei ihm die Aussenbereiche ähnlich oft, wie bei mir.
Die Steuerdrücke würde ich als mittel bezeichnen und sind nie unangenehm hoch. Um den Ice wirklich exakt und dosiert steuern zu können, empfiehlt es sich die Bremsen einmal gewickelt zu haben - is vielleicht auch ne private Vorliebe von mir. Die Geschichte mit dem (zu) langen Vorlauf von oben. Mit dieser Technik kann man auch die Ohren-Winker minimieren, aber wenn mal eine mittlere Entlastung auftritt, wird man meist zum Lesen des schönen ICE-Schriftzuges aufgefordert - mit kaum geänderter Flugcharakteristik wie gesagt.
Von der Steigleistung her ist anzumerken, dass ich an diesem Tag nur fast mit dem Boom mithalten konnte - Das lag u.a sicher auch an meiner fehlenden Flugpraxis mit dem ICE, denn auch die 1-2er Fraktion war mir in der zerrissenen Thermik dicht auf den Fersen.
Zumindest das subjektive Empfinden beim Kurbeln ist jenes, sich unter einem Hochleister zu befinden.
Extrem-Flugmanöver:
Bei den getesteten Flugmanövern lege ich stets besonderes Augenmerk auf saubere WingOver, da ich der Meinung bin, dass sich mit dieser Sequenz von Manövern die Dynamikeigenschaften des Schirms am besten zeigen.
Mit meinem Startgewicht von 97 kg lag ich sicher nicht an der für Acro-Flüge idealeren nominellen Obergrenze des Schirms, was sicher mit ein Grund für das etwas träge Schirm-Verhalten ist: Hat man nicht ausreichend Gewicht und Bremseinsatz mit im Spiel will der Flügel förmlich in den Geradeausflug zurück. Was einem beim Thermik-Fliegen hilft, nimmt einem hier ein bisschen die Freude, sich über den eigenen Flügel zu katapultieren.
Icaro scheint das erkannt zu haben und reagiert darauf: Demnächst soll eine spezielle Acro-Version des ICE auf dem Markt kommen.
Auch hier bleiben die äusseren Stabis sogar während des dynamischen Durchpendelns gelegentlich drin - ohne zwischenzeitliches, impulsives Bremsen geht auch hier das Ohrläppchen nicht von selbst raus.
Klapper: Im normalen Flug hatte ich nie eine Situation, die die Bezeichnug Klapper auch nur annähernd verdient. Die Kappe arbeitet zwar einiges in sich, gibt aber dadurch dem Piloten exakt vor, wa zu tun ist - und zwar bevor man überrascht wird. Dadurch kann man sich sehr gut auf heftigere Schirmreaktionen vorbereiten: Man ist meist schon in der richtigen Körperhaltung was Gewichtsverlagerung und Bremseinsatz betrifft.
Was ich bei einem Schirm dieser Streckung nicht vermutet hätte ist die lange Richtungstreue bei Klappern <50%! Man holt mit mittlerer Geschwindigkeit den gesamten Gurt rein, hält ihn ein wenig und macht sich auf deutliches nach vorne unten Wegkippen gefasst und - NICHTS! Die Kappe bleibt unverhältnismässig lang im Geradeausflug und kippt später erst etwas nach vorne seitlich weg. Das Öffnungsverhalten ist eher gemütlich, kein Aufschnalzen.
Durch diese Charakteristik wird man mutig. Ich entwickelte langsam ein Feeling für den Schirm und tastete mich bis zu halb-beschleunigten, großflächigen Klappern >60% vor, die ich sehr impulsiv einleitete und auch ca. 2s hielt. Sicher waren die Reaktionen etwas dynamischer, aber der Spuk war stets nach maximal einer Umdrehung wieder vorbei mit verhältnismässig geringem Höhenverlust (subjektive Einschätzung). Man fliegt NIE dem Schirm nach - sehr positiv. Da ist sogar mein guter alter Target giftiger.
Ein Verhänger trat dabei nie auf.
Die maximale Steilspirale folg ich mit 14 m/s - bis dahin nichts Nennenswertes dabei bemerkt und auch keine Tendenz zum stabilen Spiralen feststellen können; eher im Gegenteil - auch ein positiver Sicherheitsaspekt für mich.
Ohrenanlegen sowieso kein Thema. Beachten muss man eben, dass man sie sehr impulsiv ausleiten muss.
Fullstall und B-Stall habe ich aufgrund der niedrigen Operationshöhen nicht getestet.
Den Speed-Bereich konnte ich bei meinen Flügen nicht voll ausreizen, da mein Speed-System zu lange eingestellt war. Bei voll durchgetretenem Beschleuniger erreichte ich lt. GPS einen SOG von 48 km/h bei ruhigen Bedingungen. Die Kappe hatte noch ausreichend Druck an der Eintrittskante, wodurch mittlere Kräfte für die Einleitung des symm. Front-Stalls notwendig waren. Die Kalotte kippt etwas nach hinten weg und auch beim Freigeben im etwas ungünstigeren Moment (gerade am maximalen Auspendelpunkt hinten) zeigt der ICE keinerlei Tendenz zum Vorschiessen oder zu sonstigen komischen Schirmreaktionen.
A propos komisch: Bei meinem ersten Flug vom Hensler passierte es, dass in relativ ruhiger Luft ohne mein (bewusstes) Zutun die Leinen zu schwingen begannen. Offensichtlich irgendwo im Eigenfrequenz-Bereich liegend verstärkte sich dieser Effekt und übertrug sich auch auf die Tragegurte und somit auf´s Gurtzeug. Die Kappe selbst blieb währenddessen weitgehend ruhig. Mit normalen Bremsstellungen konnte ich diesen Zustand nicht beenden. Bremsen des Schirms bis kurz vor den Stallpunkt und Schiessen lassen löste das Problem. Danach konnte ich dieses Verhalten nie wieder provozieren bzw. ist auch ohne mein Zutun nie wieder passiert.
Eine glaubwürdige Erklärung hierfür konnte mir bislang noch keiner liefern - vielleicht lag's an den schneenassen Leinen...
Landung:
Weiss man das Timing für die Ohrenfreigabe richtig einzuschätzen, sind auch butterweiche Landungen auf kleinster Fläche/Touch and Gos problemlos und exakt zu meistern. Das Ausflare-Verhalten ist vielleicht nicht ganz so ausgeprägt wie beim Nemeton. Fazit:
Ein super ästhetischer Flügel mit absoluten Stärken beim Kurbeln. Allerdings nur für Piloten, die unter "aktiv fliegen" nicht den schweisstreibenden Anmarsch zum Startplatz verstehen: Der Pilot ist stets gefordert, will er den Schirm auf Kurs und die Kappe im Konstruktionszustand halten. Das Manko bzgl. Dynamik bei Wing-Overn schlägt sich beim turbulenten (Fehl-)Zentrieren durchaus positiv zu Buche - die Nick- und Rolldämpfung ist für meine Begriffe eher als ausgeprägt zu bezeichnen.
Meine Kaufentscheidung möchte ich aber dennoch etwas hinauszögern, da mir zwei Merkmale ein bisschen zu Denken geben:
aber nochmal: Alles was nicht negativ erwähnt wurde, ist für meinen Geschmack absolut top bei diesem Flügel.
Alternativen in der Sport-Klasse wäre für mich noch der Gradient Aspen 26 (lt. Vol Libre DER Flügel das Jahres 2003) und der Mac Intox 25/28 - sollen beide etwas härter/stabiler/satter in der Luft liegen.
Ich hoffe, ich kann zumindest den Aspen noch vor der Free-Flight ein paar Testflügen unterziehen und so bald meine Entscheidung fällen. Denn wenn ich mich noch länger dem schönsten Problem der Welt widme ("Welchen Schirm kauf ich mir?"), bin ich noch bis tief in den Sommer rein am Schirm testen, obwohl... *g*
Es ist halt wie bei einem Auto - viel Emotion ist da mit im Spiel! Wenn's immer nur um Preis/Leistung ginge, würden wir doch alle einen Skoda oder einen Japaner fahren!
Vielen Dank für das Schiessen der Fotos an den Memmenton-Piloten Jürgen Hartmann, dem wohl talentiertesten Nachwuchs-XC-Crack unter den Schnifnern!
Über Feedback oder Eure Eindrücke freue ich mich jederzeit!
Pro-Design Target 42 HR :
(DHV
2-3, BJ 2000, GZ: ?, Design:
rot-weiss)
Hab ich mir Anfang August 2001 als Vorführmodell über Gerhard Haba (Parashop-Steyr)
direkt von Pro-Design gekauft.
Startverhalten:
Gleich bei den ersten
Aufziehversuchen fiel mir das wesentlich trägere Startverhalten im Vergleich
zum Contest auf:
Es DAUERT bis sich die Kappe bis in die Flügelenden hinaus füllt, kommt aber
dann ganz gemächlich und stabil über den Piloten. Man kommt sich fast vor, wie
in der Jim Beam-Werbung, denn der Schirm gibt einem in der Tat l a n g, l a n g
Zeit, und man kann wirklich alle Kammern und Leinen auf kritische Zustände hin
überprüfen - äußerst gutmütig.
Flugverhalten allgemein / Ansprechverhalten auf Steuerimpulse:
Man könnte fast meinen,
man "verlernt" das Fliegen - so einfach lässt sich der Target steuern. Minimale
Gewichtsverlagerungen reichen schon aus, um die Kappe in ansprechende
Kurvenlagen zu bringen. Man ist also eher dazu verleitet, gerade im Gurtzeug zu
sitzen, als sich als horizontales "U-Hakerl" stylisch durch die Kurven zu
drehen.Beim Anbremsen des Target
steigt der Steuerdruck über einen langen Weg progressiv an, was die Kappe auch
schnell als Befehl zum direkten Eindrehen annimmt. Die Steuerwege sind relativ
lang und für flaches Drehen gehört ordentlich auf der Aussenseite angebremst.
Der Schirm reagiert empfindlich auf Gewichtsverlagerung (rollt sehr früh),
sodass man für das Einleiten normaler Kurven die Stabilos nicht unbedingt
braucht.
Das Speed-System (HR-Version) ist etwas schwergängig und erlaubt lt. Spezifikationen
Geschwindigkeiten bis 47 km/h.
Flugverhalten in Turbulenz:
Während des Fluges in turbulenten
Bedingungen ertappt man sich dabei, dass man unwillkürlich entspannter im Gurtzeug
sitzt und öfter mal den Blick durch die Gegend schweifen lassen kann, auf der
Suche nach den vielversprechendsten Abrisskanten. Beim Einfliegen in durchschnittliche
Thermik-Turbulenzen reagiert die Kappe sehr ausgewogen, ja fast gutmütig
träge. Auch an "thermischen Hammertagen" vermittelt einem der Schirm
dadurch absolute Kontrolle - im Gegensatz zum Contest, der bei turbulenten Bedingungen
unbedingt eine große Portion aktives Fliegen erfordert.In leichter Thermik ist es
mit dem Target kniffliger die "Richtung" eines Aufwindes festzustellen, da die
Hebung schnell annähernd gleichmäßig auf den ganzen Schirm verteilt wird. Für
den einen mag das ein Vorteil sein - für mich jedoch fällt die Entscheidung "in
welche Richtung drehe ich nun ein" dadurch etwas schwieriger als beim Contest.
Pro-Design Contest 46:
(DHV 3, BJ 1995 GZ: ?, Design: pink-gelb)
Bekam ich zum Neueinstieg ins Gleitschirmfliegen von Jörg anfangs als Leihgerät. Ich war von dem Flügel so begeistert, dass ich ihn nun mittlerweile mein Eigen nennen kann.Ich hab keinen DHV-Testbericht über den Contest mehr finden können, daher hier eine etwas detailliertere Beschreibung des Handlings bei den Flugzuständen, die ich damit erlebte: (vielleicht schreibt ja Jörg noch ein paar Zeilen...)
kommt Zeit, Con-test ääähhhh kommt Text...
Fazit:
Zwischen Target und
Contest stecken 5 Jahre Entwicklung, die sich überraschenderweise in kaum
gesteigerter Leistung, aber in wesentlich verbesserten Sicherheitsmerkmalen
ausdrücken.Der ältere Kurzleiner
spricht wesentlich direkter auf Steuerimpulse an, das filigrane Startverhalten
ist wirklich ein Genuss - man hat wirklich das Gefühl der totalen Kontrolle über
den Schirm - bis zu normal-thermischen Bedingungen. Ab dann ist man besser mit
dem Target beraten (wenn man nicht gerade den Kick in nervösem Flugverhalten
sucht).
Letztere Kappe ermöglicht einem auch angenehmes Fliegen an thermisch sehr
aktiven Tagen durch ihre zeitverzögerte, dämpfende Weitergabe von
Auf/-Abwindverhältnissen an den Piloten.
Wer eher ein Genussflieger ist, dem rate ich zum Target. Wer auf direktes Handling und unmittelbares Feedback des Schirms steht, kommt an einem Hochleister, wie dem Contest nicht vorbei.
Direkt-Links zu anderen Testseiten im Web:
| www.expandingknowledge.com | |
| www.para2000.org | |
| www.windclimber.de |
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