paragleiten - wintersaison 2001/2002
Hier einige Bildberichte
zu den Ausflügen auf die Hoess, zum
Stubai-Cup 2002, Schöckl,
Hauser Kaibling, Bäck-Revival,
Riesneralm/Erlsberg und Hausberg
Gampersberger (unbedingt
reinziehen!).
Auf Vorschau-Bild
klicken, um die Aufnahmen in voller Pracht zu geniessen.
Die Panorama-Bilder haben eine höhere Auflösung, um wenigstens einen
halbwegsen Eindruck vom Erleben der Vogelperspektive zu erlangen - Größe
bis zu 120 kB!
Ich dachte mir vor dieser Saison nicht, dass ich jemals in der kalten Jahreszeit auch nur einen Flug machen würde, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Jegliche anfängliche Scheu vor Winterflügen abgelegt, riet mir mein Paragleit-Mentor Jörg, mir unbedingt mal das "Spektakel Stubai-Cup" anzusehen. Dutzende Hersteller, die ihre neuen Geräte zum Probeflug anboten; Zudem sollen sich alle wichtigen Leute der Szene hier Jahr für Jahr ein Stelldichein geben...
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So beschlossen Hans und ich am Sonntag in aller Herrgottsfrüh den Weg über's deutsche Eck nach Kössen/Tirol zu düsen. Extra um 4.30 Uhr nach gut vier Stunden Schlaf aufgestanden und - Schneetreiben. Von Liezen bis Salzburg, na bravo... Um etwa halb zehn trafen wir bei herrlichem Wetter am Neustifter Lande-Areal
ein und gabelten Fasching Tom und Kerschi auf, die schon am Vortag nach
Kössen gereist waren. |
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Nach kurzem Gespräch mit
den Advance-Piloten Martin Persch und Herbert Hackl sicherten sich Hans
und ich gleich einen Omega 5 in der jeweils passenden Größe... Wir entschieden uns für den windbegünstigten Elfer Kogel, während die anderen beiden GGLer sich einen Lee-Thermik-Flug vom Kreuzjoch erhofften. |
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Am Startplatz bereits ab 11 Uhr dichtes Gedränge, doch die geräumige Startschneise und einige Starthelfer machten einen halbwegs reibungslosen Startablauf möglich. Es zeigte sich, dass auf den abschüssigen Pisten die Schirme allzugern von selbst in's Tal glitten, ... |
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...deswegen war die vorhandene Startkante umso wertvoller. Am Boden hatten wir uns bzgl. des Start- und Flugverhaltens des Omega 5 einige Tipps geben lassen und so gestaltete sich der Start mir dem Advance-Hochleister (DHV 2-3) nicht wirklich zum Problem - schnell laufen halt; eigentlich wie immer... |
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Airborne. Lautlos schnitt ich mit meinem Flügel die Luft entzwei und genoss das herrliche Alpen-Panorama. Bei den diversen Sicherheitsmanövern testete ich gleich mal Ohrenanlegen (echte BIG EARS!) und tastete mich an die ersten mickrigen Wingover-Versuche - ein wahrlich dynamischer Schirm... |
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Am Boden herrschte mächtig Landebetrieb - es ging fast so zu wie am Flughafen Frankfurt: In der Minute midestens zwei Piloten, die sich ein Plätzchen auf der halbwegs geräumigen Landewiese suchten. Trotzdem lief alles praktisch wie geschmiert, zumindest was die Landungen abelangte... |
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Zu Mittag am Biertisch bei ein Paar Würstel gemütlich gemacht, ließen wir uns von den diversen Darbietungen der Firmen und Acro-Teams verblüffen.
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Die "Renegades" aus Hallein/Salzburg boten ihr Können dar (Spezialität das eingehängte Teamfliegen à la "Red Baron" und ebenso eingehängte Bi-Spiralen) |
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Acro-König Mike Küng zog ebenfalls alle seine Register. Sats, männliche Wingover, Tumblings und sogar wunderschöne Helicopter waren zu bestaunen. Ein echter Geiger vor dem Herrn... Viedeos davon gibt's auf www.schlechtflieger.de |
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Mit Martin Persch fuhren wir dann nochmals zum Elfer rauf - schließlich hatten wir ja ne Tageskarte gelöst. Mit dem Schlepplift ging's dann mit dem 20kg-Packerl am Rücken und
auf der Lifttrasse laufend noch fast bis zum Gipfel rauf. *hechl* |
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Kurzum meine Digicam in Persch Martins erfahrene Hände gelegt, damit dieser herrliche Aufnahmen von mir und meinem Test-Omega 5 vor der herrlichen Tiroler Kulisse machen konnte. Martin selbst hat ja ausch schon ein kleines Arco-Repertoire, aus dem er natürlich auch an diesem Tag schöpfte: Sat und Bodenspirale gehören zu seinen Skills, die mich am meisten beeindruckt hatten. |
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Sicher das beste Foto meiner bisherigen Laufbahn... Der Stubai-Cup ist ein echtes Mega-Szeneevent; dies kann ich nur bestätigen. Zum ersten Mal die echte Flieger-Community erleben, ohne menschlich abgehobene Stars. Alles Menschen wie Du und ich, die eben eines eint - die Lust am Fliegen. |
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Gleich eine Woche drauf stand das nächste neue Flugabenteuer an: der Hauser Kaibling. Hans hatte sich mittlerweile einen eigenen Omega 5 von einem damit verunfallten (!) Flieger besorgt - aber er war billig und Zitat:"sah echt cool aus" (gelb, schwarz)
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Noch nie einen echten Thermikflug mit dem Target 42 absolviert, sollte es also nun so weit sein. Denn als wir gegen Mittag ankamen hielten sich die ersten Schirme bereits tadellos in den Lüften - heute wüdre es passen! Nach der preislich angemessenen Auffahrt (ca. 5 Euro) mit der Seilbahn bot sich einem ein wahrhaft "erhebender" Ausblick. |
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Es war herrlich - meine ersten zaghaften Eindreh-Versuche wurden mit netten 0,5-1,5 m/s Steigen belohnt. Den Target im Winter schon gut kennengelernt, war das flache Drehen auch mit diesem "Kurvenfresser" kein Problem mehr... |
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In den Sonnenbrillen präsentierte sich die gespiegelte Frühjahrslandschaft nördlich von Graz mit ausgezeichneter Fernsicht... Die maximalen Steigwerte an diesem Tag betrugen bereits 3.5 m/s - echt sehr ansprechend. |
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Mit Jörg kurbelte ich einige Zeit in denselben Bärten - ein netter Nebeneffekt dabei ist, dass man sich am Steigen des anderen immer etwas orientieren kann. So gelang es mir hie und da auch meinen "Lehrmeister" auszukurbeln... |
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Stani - wie gesagt mit meinem Pro-Design Contest 42 unterwegs - vergaß die Trimmer festzuziehen und nach spektakulärem Start ("geht si da Zaun no aus?") ging es natürlich in speedigen 8ern ins Tal hinab statt hinauf *g*. Der fast komplett abgeaperte Bergfuß bot neben scönem Anblick auch schon ideale, schlammfreie Landebedingungen. |
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Jörg zeigte vor der Landeeinteilung nochmal, was in ihm steckte und hielt das am Boden gebliebene Publikum mit ein paar Acro-Darbietungen in Atem... |
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...bevor er sanft auf der leicht abschüssigen Landeplattform aufsetzte. |
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Als nächster reihte sich der einige Zeit später gestartete Hans zur Landung ein. Sein Advance Omega 5 ist in der Tat ein optischer Leckerbissen - vom dynamischen Flugverhalten ganz zu schweigen (siehe Bericht vom Stubai-Cup weiter oben...) *lechz* Fast schon schulmäßig teilte er sich die Landung auf der hängenden Landebahn ein... |
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...und genau diese Abschüssigkeit machte Hans auch sehr zu schaffen - oder besser überhaupt nicht. Denn er unternahm genau NICHTS, um seinen Schirm vor der herannahenden Baumgrenze zum Landen zu bringen. Wie gelähmt saß er in seinem Gurtzeug und hoffte, dass seine
Gleitmaschine von selbst zu fliegen aufhörte - Fehlanzeige! "Nix passiert!". Hans nicht, nur der Schirm hatte etwas abbekommen - aber nichts was Lupo von der Flugschule Skyclub Austria nicht wieder hinbekam... |
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Ein herrliche Aufnahme von Chris' Landung. Die abendliche Wintersonne färbte den Smog über Graz fast schon regenbogenfarben - fast posterverdächtig... Der Schöckel ist ein echt "netter" Hügel unweit von
Graz - aber leider auch der einzige in der Umgebung. Das schränkt
das Flugerlebnis (für mich jedenfalls) ziemlich ein. Obwohl ich erst
das erste Mal hier war, wurde mir nach gut 1.5 Stunden am selben "Berg"
fast ein wenig fad - man kennt jeden Baum-Schlag und kann schon fast prognostizieren
mit wievielen Metern es wo weggeht. *übertreib* |
Nach 2-jähriger Paragleit-Abstinenz hat sich mein erster Paragleit-Ziehvater Martin Urbscheit (aka "Bäck") heuer wieder dazu entschlossen, seinem alten Hobby wieder zu frönen. Mittlerweile hat sich jedoch der Spieß umgedreht: Nun kann ich ihm einige nützlich Etzes geben...
Riesneralm/Erlsberg: 22.02.2002
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In der Früh noch brav zur Arbeit gefahren, rief mich unser Medizinstudent Tom gegen halb 9 in der Firma an, wie's denn mit einem kleinen Flug ausschaut. Das wäre der einzige flugtaugliche Tag für die nächste Zeit - ein richtiger Fulgfenstertag also... Kurz überlegt, Wetterlage gecheckt, Zeitausgleich genommen und Richtung
Riesneralm gejettet. Tom hatte ja was ganz feines bei sich im Rucksack
- einen ProDesign-Vorführer namens "Poject" in gold-weiss,
geliehen vom Parashop Steyr. Ich selbst hatte mir ein neues Gurtzeug (Airwave) zur Ansicht kommen lassen, da mir mein bisheriges WoodyValley etwas zu breit ist und weswegen ich bei härterer Thermik of nicht wirklich fest im Sattel saß... |
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Der 2-3er Hochleistungsflügel in der Startphase. Wie bei allen ProDesign-Schirmen ist der Start ein Kinderspiel. Auch wenn Tom ein kleinwenig spät die Bremsen zog, hielt sich die Überschiess-Tendenz der Kappe absolut in Grenzen und es konnte problemlos gestartet werden... |
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Im Flug selbst ist es einen echte Wonne neben Tom mit seinem wunderbaren Project heruzufliegen - euch ist sicher schon die farbliche Abstimmung zu seinem SupAir-Gurtzeug aufgefallen... apropos Gurtzeug: |
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Die Streckung von 5,56 und das schnittige Design verpassen dem Project eine echt rassige Optik... So flogen Tom und ich an diesem Tag 2 Mal vom NO-Hang der Riesner und wir hatten dabei genug Gelegenheit unser Equipment zu testen... |
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Cool wie ich mittlerweile schon bin *g*, packe ich auch in der Steilspirale schon mal meine Kamera aus... Da ich aber ohne Rettungsfallschirm unterwegs war, forderte ich natürlich keine Spitzen-Sinkwerte/Schräglage heraus... Am frühen Nachmitag stießen wir dann noch zu Kerschbaumer
Tom und machten noch ein Flügerl von seinem Hausberg, dem Erlsberg. |
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Mit einem Gurtzeug dieser Type fliege ich seither und hatte damit auch
mein schärfstes Flugerlebnis, seit Beginn meiner Paragleit-Karriere
(siehe nächster Bericht!). Alles in allem ein thermisch toter Tag auf der Riesner, der aber insgesamt 3 herrliche Genussflüge ermöglichte. |
Nachdem ich am 04.03. 2002 mein
erstes Saison-Ziel bereits erreicht hatte (Gamper-Überhöhung; exakt:
1383m; Flugdauer 1 h 4 Min), gelang mir und Fliegerkollegen Tom Fasching der
bisher atemberaubendste Flug meiner ganzen Paragleiter-Karriere: Ein Flug hoch
über die Angern hinaus bis auf eine Höhe von 2465m; Dauer 3
h 1 Min!
Bei diesem Flug war alles dabei: Mut, Konzentration, Ausdauer aber vor allem
eines: FASZINATION!
Also nun zur Chronologie eines perfekten Flugtages...
Nachdem wir allesamt beim ersten Flug abgesoffen waren, ging's gemütlich nochmal rauf zum Startplatz. Wenigstens habe ich mein neues Gurtzeug (Skyline Smart Pro) nach diesem Flug richtig einstellen können. *g*
Blies vorher schon ein laues Lüftchen
den Starthang hoch, so fand die Windhose diesmal kaum noch den Weg Richtung
Boden - "jetzt musste es wohl gehen" dachten Jörg und ich noch
beim Hochgehen...
Hans und Tom wählten die besagte "Süd-Rinne" und soffen
leider auch beim zweiten Versuch mehr oder weniger schnell ab. Nach haarigen
Starts flogen Bäck und Martin raus - beide ohne Vario hatten sie keine
echte Chance, die schwache Frühjahrsthermik auf Dauer zu nutzen...
Ich startete gegen 13.45 Uhr in die nächste Ablöse und wählte den Flug geradeaus Richtung Strommasten - ein schwacher aber zuverlässiger Thermikbringer, wie ich meine - im Gegensatz zu den Cracks, die ja allzeit nur auf die "Rinne" schwören...
Es war eine Rauferei! 0.5 bis max
1.3 m/s steigen und das in engen, leicht zerrissenen Ablösen, aber ich
hielt mich - ALS EINZIGER! Ich sah die Jungs unten am Landeplatz in kleinen
Grupen stehen - offensichtlich begutachtend, was der Newbie Lex da in den Himmel
zaubert...
Die Sonne zog gegen Westen - das Tal war noch besser aufgeheizt und die Thermik wurde minimal besser. So kurbelte ich fast eine halbe Stunde Meter für Meter über Stani, der in der Preinschberger-Wiese unter mir gelandet war.
Meiner Meinung nach ist die Thermik
zu dieser Jahreszeit in der Süd-West-Rinne noch zu unergiebig, um IN der
Rinne einzusteigen und hochzukommen - man muss definitiv 10-20 m darüber
einsteigen, um eine halbwegse Chance zu haben...
So blieb ich in den Mini-Bärtchen bis ich einmal ein paar Heber für
einen Flug Richtung Rinne nutzen konnte - "JETZT ODER NIE" hieß
es nun...
...und tatsächlich: Ein absolut enger aber dafür halbwegs verlässlicher
Thermik-Schlauch stand minimal nach Nordost versetzt von der Rinne herauf. Im
Augenwinkel meine Fliegerkollegen betrachtend, wie sie zu ihrem dritten Versuch
aufbrachen, kratzte ich mich der Waldgrenze entlang in S-Schleifen hoch bis
zum Bergrücken - geschafft! - "Viel mehr wird heut wahrscheinlich
net drin sein", dachte ich mir und so graste ich 200 m über den Köpfen
der anderen Vereinsjünger den Kamm ab - super Gelegenheit, die verschiedenen
Eindrehmöglichkeiten ausgiebig zu testen, denn die Thermik war nur minmal
besser, dafür aber konstanter.
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Ich entsann mich der stets
guten Ratschläge meines Arbeits- und Fliegerkollegen Jörg, der
mir nach meinem letzten Flug erzählt hatte, weiter ostlich stehe
ein verlässlicher Bart. Wieder ein Baumschlag, süd-westlich
ausgerichtet, Sonne strahlt direkt ein - müsste eigentlich gehen. |
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Es beamte mich mit zerrissenen 2-2.5 m/s auf eine Höhe von ca. 1600m. Der Target vermittelte mir jedoch jederzeit ein sicheres Gefühl - genauso wie mein nagelneues Gurtzeug. Ich konnte mich also fast die ganze Zeit auf das beste Kurbeln im Bart konzentrieren - ohne immer die Kappe stabilisieren zu müssen - für einen 4 Jahre alten Flügel ein traum Flugverhalten!
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In dieser Höhe wurde es doch wesentlich ruhiger und so zückte ich zum ersten Mal meine Hofer-DigiCam, mit der all diese Bilder entstanden. Cool, wie ich mittlerweile bin *g*, kurbelte ich lässig: in der einen Hand die beiden Steuergriffe, in der anderen Hand se.camera. Es war ein Pracht-Tag. Zwar
etwas diesig aber trotzdem gute Fernsicht, wie das erste Bild ganz oben
Richtung Westen (Grimming, Dachstein, Tausing) zeigt. Das Panorama ist
übrigens auch in meiner Sonnenbrille gespiegelt - und das ist kein
Zufall... ;-) |
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Ich kreiste lang in dieser Höhe, denn ich hatte den Eindruck, ich war bereits an der Inversion angelangt, also höher geht's heut sowieso nimmer. Aufgrund der Blauthermik und dem Ausbleiben von Wolkenformationen konnte man dies aber praktisch nicht feststellen. Blick auf Liezen. Ganz links
unten sieht man noch das Ende unseres Hausberg-Startplatzes. Wenn man
genau hinsieht, entdeckt man Bäck mit seinem gelben Target und Tommit
seinem Nova Focusnoch um den Anschluss kämpfend. |
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Ich spielte mich noch einige
Zeit mit dem Schirmhandling und genoss dabei voll das sich mir bietende
Panorama - alles da! Nur Geographie-Banause, der ich (derzeit noch) bin,
kannte ich grad mal ein Viertel der sich mir präsentierenden Fromationen
*schandeübermich*. Beim Gedanken daran, schießt mir heute noch ein gewaltiges Maß an Euphorie in alle Glieder - Wo hat man sonst noch solche Erlebnisse? Klingt jetzt kitschig, aber ich war einfach nur dankbar das alles erleben zu dürfen... |
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Und was passierte bei meinem vorherigen ersten Kurbelhang? Da drehte ein Kollege auf! Super - noch einer hat´s geschafft! Rein ins Speed-System und rüber zu Tom, den ich erst auf halber Strecke identifizieren konnte - war zuerst der Meinung Jörg hat´s gepackt... Er zog ausgesprochen konstante Kreise und krubelte brav in der schwachen Thermik (ca. 1.5 h nach meinem Start). Oft etwas unzufrieden mit seinem Nova Focus (zu wenig Speed zum Streckenfliegen), erwies er ihm doch heute ausgesprochen wertvolle Dienste... |
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Stabilo an Stabilo kurbelten wir so eine viertel Stunde bis auf etwa1850m. Der Eifer war natürlich da, höher zu kommen als Tom.... Als die Thermik nicht mehr besser wurde, nahm ich mir ein Herz und beschloss zurück Richtung Norden an die Flanken der Angern zu fliegen. Ich rechnete mir gute Chancen aus, dort etwas zu erwischen, da die Felsvorsprünge teilweise schon gut abgeapert waren. Ich sah dort genug Schluchten, die gute Aufwindkanäle sein könnten. Während der Plateauquerung verlor ich mehr an Höhe als ich gedacht hatte und erreichte ich meinen nächsten "Wegpunkt" nur ca. 200 m über dem Bergfuss. In Felsennähe merkte ich bald, dass die untertags aufgeheizten Felsen genug Wärme abstrahlten, um mir den nötigen Auftrieb zu geben. Ich krazte die Bergkonturen mit jeweils ca. 15-20 m horizontalem Abstand ab, immer auf der Hut vor Hebern, die mich Richtung Felsenwand drücken könnten... |
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In S-Schleifen machte ich so Meter für Meter gut (Steigen: 1-2.5 m/s). Tom erspähte meine nicht ohne Erfolg bleibenden Versuche und setzte Ebenfalls Kurs auf die Angern. Weiter oben fällt die Bergkette etwas flacher ab und ich noch immer
am Thermik-Kratzen neben den Felsen. Hier erlebte ich die nächsten
Euphorie-Schübe - ich kam mir fast vor, wie in einer Alpen-Doku in
Fernsehen: Accurrat unter mir löste sich eine kleine Lawine und stürzte
ins Tal, eine Schar Berggemse sprang zwischen den Schneefeldern hin und
her - und das alles während ich in einem satten Bart kurbelte. |
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Als mich der weit später eingestiegene Tom in einem offensichtlich noch beseren Bart bereits ausgekurbelt hatte. Flog ich ebenfalls zu der für mich neuen Schlucht, die ich aus Respekt vor deren gewaltiger Kontur anfangs gemieden hatte. Schroffer Fels, über 200m kerzengerade hoch, aper und sonnenbestrahlt - nichts für Kinder... Doch ich sah, dass Tom in dieser Thermik kaum zu tun hatte, und so klinkte
ich mich nach etwas bockigem Einstieg in den 3.2 m-Bart ein. |
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Nach über 2.5 h Flug machte sich dann ein gewisser Druck auf der Blase bemerkbar. Mit Tom hielt ich mich dann einige Zeit knapp unter 2500m (ca. 450m über dem zweit höchsten Berggipfel der Angern, dem Nazogl auf 2057m - kein Berg in Sicht, den wir zu noch mehr Höhe nutzen konnten. Der Drang wurde auch nicht weniger und so beschloss ich zum Landeplatz
zu fliegen. In knapp 1800 Meter überquerte ich unseren Startplatz
und zog geradewegs raus Richtung Tennishalle... |
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Hier noch ein Bilck auf Enns- (Admont) und Paltental (Selzthal, Rottenmann). 50 m über dem Grund wehte uns von Nord-Ost wieder mal ein kräftiger und turbulenter Pyhrn-Wind um die Ohren, der mindestens 35 km/h haben musste, denn Tom und ich waren gezwungen mit Rückwärtsfahrt zu landen. Um Punkt 16.45 Uhr waren wir wieder heil am Boden angekommen, wo uns
Bäck und ein paar CCL-Jünger fast schon unterkühlt erwarteten. |
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